Von: Monika Voigt
Winterdienst in der Gemeinde Großenseebach
Ein Überblick über Aufgaben, Abläufe und Herausforderungen des kommunalen Winterdienstes
Starke Schneefälle stellen viele Gemeinden derzeit vor erhebliche Herausforderungen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger fragen sich, wie der Winterdienst organisiert ist, welche Aufgaben er übernimmt und warum manche Bereiche schneller oder später geräumt werden. Dieser Artikel soll – als Ergänzung zur Themenseite www.grossenseebach.de/winterdienst - einen transparenten Überblick geben und die wichtigsten Hintergründe erläutern.
Umfangreiche Aufgaben – weit mehr als Straßenräumung
Der Winterdienst umfasst deutlich mehr Tätigkeiten, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Neben dem Räumen und Streuen der Fahrbahnen gehören unter anderem folgende Aufgaben dazu:
- Räumung gemeindlicher Gehwege, häufig in Handarbeit
- Kontrolle und gegebenenfalls Räumung von Dächern
- Überprüfung und Freischnitt von Bäumen, die durch Schneelast gefährdet sind
- Unterstützung bei Gefahrenstellen und Notfällen
- Viele weitere organisatorische und technische Tätigkeiten im Hintergrund
(Hinweis zum Räumen von Bushaltestellen. Das gehört nicht zu den Aufgaben des gemeindlichen Bauhofs, da sich diese an Staatstraßen befinden und daher die Zuständigkeit nicht bei der Gemeinde liegt.)
Diese Aufgaben müssen täglich neu priorisiert werden – nach Dringlichkeit, Gefahrenlage und gesetzlichen Vorgaben.
Personelle und organisatorische Grenzen
In vielen Gemeinden stehen nur wenige Mitarbeitende für den Winterdienst zur Verfügung. Diese beginnen oft bereits in den frühen Morgen- oder sogar Nachtstunden, um die wichtigsten Verkehrswege befahrbar zu machen. Gleichzeitig müssen gesetzliche Ruhezeiten eingehalten werden, was die Einsatzplanung zusätzlich beeinflusst.
Auch die technische Ausstattung ist begrenzt: Nicht jede Kommune verfügt über große Räumfahrzeuge oder mehrere Maschinen, die gleichzeitig eingesetzt werden können.
Hohe Schneemengen und enge Straßen erschweren die Arbeit
Ein weiterer Faktor, der die Arbeit des Winterdienstes erschwert, ist die enorme Schneemenge selbst. Wenn Räumfahrzeuge erneut durch bereits bearbeitete Straßen fahren, kann es unvermeidlich passieren, dass Einfahrten oder Gehwege wieder zugeschoben werden. Dies führt verständlicherweise zu Unmut – ist aber technisch kaum zu verhindern.
Zusätzlich behindern parkende Fahrzeuge in vielen Straßen die Durchfahrt der Räumfahrzeuge. In besonders engen Bereichen ist ein Räumen teilweise gar nicht möglich.
Verständnis für eine Ausnahmesituation
Die derzeitige Wetterlage stellt eine außergewöhnliche Belastung für alle Beteiligten dar. Der Winterdienst arbeitet mit großem Engagement und unter schwierigen Bedingungen daran, die Sicherheit im Gemeindegebiet zu gewährleisten.
Wir bitten daher um Verständnis dafür, dass nicht alle Bereiche gleichzeitig und sofort geräumt werden können. Jede geräumte Fläche ist das Ergebnis sorgfältiger Planung, körperlicher Arbeit und oft auch improvisierter Lösungen angesichts der extremen Witterung.

