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Veröffentlicht am: 22. Okt. 2023
22. Okt. 2023
| Lesezeit: ca. 6 Minuten
Veröffentlicht am: 22. Okt. 2023
22. Okt. 2023
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Bikepark mit Pumptrack in Großenseebach eingeweiht

Bikepark/Pumptrack Großenseebach - Eröffnung am 21.10.2023 – Da muss natürlich Max auch noch einen drauflegen.

Gerade für die vielen jugendlichen Besucher war das Warten, bis endlich das obligatorische Band zur Eröffnung durchschnitten wurde, eine Qual. Schon lange vor dem offiziellen Termin um 14 Uhr fanden sich Dutzende Kids mit BMX-Rädern an der Streuobstwiese in Großenseebach ein und konnten kaum erwarten, endlich in die Pedale treten zu dürfen. Hatte die Gemeinde das Gelände am Ortsausgang von Großenseebach in den letzten Jahren mit einer Streuobstwiese und einem Permakulturgarten aufgewertet, ließ sie in den vergangenen Wochen nun daneben auch noch einen Bikepark mit „Pumptrack“ errichten und hatte am gestrigen Samstag (21.10.2023) zu dessen offizieller Eröffnung eingeladen.

Dabei handelt es sich um eine besondere Radsportanlage, die als Rundkurs angelegt ist. Die Fahrer nutzen auf den wellenformigen Wegen eine Auf- und Ab-Bewegung des Körpers, um sich mit ihrem Bike fortzubewegen. Idealerweise wird dabei auf den Strecken ohne Sprünge kaum mit den Pedalen nachgeholfen. Doch was wäre eine solche Anlage ohne Erdsprünge, „Kicker“ und den großen „Whaletail“? Während Neulinge ob dieser Begriffe ins Grübel kommen, nicken die Erfahrenen begeistert und klatschen, als die Fachbegriffe in der Rede von Bürgermeister Jürgen Jäkel und Vertretern von Dirtways – den Erbauern der Anlage - fallen. Angesichts der vielen erwartungsvollen Radsportler hält der Gemeinde-Chef seine Ansprache kurz und schließt mit dem Fazit:

Das ist der Alt-Text

"Ich freue mich, dass wir mit dem Bikepark die Attraktivität in unserer Gemeinde weiter steigern, indem wir für alle Altersklassen ein weiteres Freizeitangebot im Bereich Breitensport geschaffen haben.

Bürgermeister Jürgen Jäkel eröffnete gemeinsam mit den Geschäftsführern von Dirtways den Bikepark mit dem obligatorischen Band-Durchschnitt. Zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates wohnten dem symbolischen Akt bei und freuen sich über das neue Freizeitangebot.

Nach dem obligatorischen Durchschneiden des Bandes durch den Bürgermeister gibt es eine erste Vorführung der in der Szene gut bekannten BMX-Fahrer Linus und Max. Aus den einfachen Sprüngen über die Rampen und den „Whaletail“ werden schnell Tricks. Wird anfangs noch „nur“ der Lenker im Sprung um 360 Grad gedreht, drehen sich auch bald die Fahrräder samt Fahrer in der Luft und nach reichlich Anfeuern wird aus der Fankurve auch der berüchtigte „Backflip“ gefordert – ein Rückwärtssalto in der Luft. Die Menge feuert ihre Radhelden an und bejubelt die waghalsigen Manöver.

Kurz darauf ist die Strecke für die Besucher freigegeben und es gibt kein Halten mehr. Die zahlreichen Besucher erobern den „Bikepark Großenseebach“. Fahren zu Beginn erst einmal die erfahrenen Kids über den Pumptrack und später auch über die Kicker, trauen sich schon kurz darauf auch die ersten Anfänger auf die Piste. Immer unter den aufmerksamen Augen von CTBMX, die ebenfalls am Event teilnahmen. Die Herzogenauracher BMX-Schule hatten Leihräder und Leihhelme dabei und standen allen Interessierten den ganzen Nachmittag über für Fragen und Anleitung zur Seite. Ebenso wie Dirtways, deren Mitarbeiter sich ebenfalls sehr über den großen Zulauf an diesem Nachmittag freuten.

Wer gerade nicht seine Runden drehte, konnte eine leckere fränkische Bratwurst von der örtlichen Metzgerei oder zahlreiche coole Getränke von einem Drink-Bike genießen, das ebenfalls am Bikepark Station machte und dessen Softdrinks und Kaffee sichtlich guten Zulauf hatte. Dem Stand der Metzgerei ging es nicht anders. Bereits nach zwei Stunden waren die Würste ausverkauft; aber man konnte sich alternativ noch mit Käsesemmeln versorgen.

Bikepark/Pumptrack Großenseebach - Eröffnung am 21.10.2023 – Der "Eingang" zum Asphalt-Pumptrack ist der Beginn des Tracks. Von hier aus ...

Gefahren wurde am Samstag auch noch nach der zweiten Vorführung von CTBMX – und zwar bis zum Einbruch der Dunkelheit. Und selbst dann hatten manche Kids noch nicht genug. Nicht wenige, die bei der Eröffnung weniger fahren und mehr warten mussten, weil nicht so viele gleichzeitig auf den Kurs können, verkündeten ihren Eltern, dass es mit dem Ausschlafen am Sonntag diesmal nichts würde: „Wir müssen morgen unbedingt pünktlich aufstehen! Ich möchte als Erster am Bikepark sein! Wann wird es morgen hell? Halb acht ..?“


Die Anlage im Detail

Bikepark/Pumptrack Großenseebach - Überblick (Luftbild) – Der Bikepark Großenseebach mit asphaltierter Pumptrack- und Dirttrack-Anlage ist etwa 2000 qm groß und bietet mehrere Kicker und einen Whaletail als Übergang zwischen den Bereichen.

Mit Dirtways hat ein Herzogenauracher Unternehmen die ca. 2.000 Quadratmeter große und 150.000 Euro teure Anlage im Auftrag der Gemeinde neben dem Permakulturgarten errichtet. Während der Bauzeit von ca. zweieinhalb Monaten, wurden ca. 2.000 Kubikmeter Erde bewegt, etwa 1.000 Tonnen Schotter (im Asphalt-Pumptrack) sowie einige Tonnen an Kies für Drainagen, Beton für Fundamente und Splitt-Belag für die Bahn verbaut.

Daraus entstanden ist nun der „Bikepark Großenseebach“, der aus drei Sektoren besteht. Zunächst der asphaltierte Pumptrack (Rundkurs) am Beginn des Bikeparks. Dann folgen zwei Dirt-Jumplines (Sprunghügel aus Erde). Jeweils eine für für Anfänger mit flacheren/kleineren Erdsprüngen, die andere für fortgeschrittene Fahrer mit den verschiedenen Kickern (Metallrampen-Absprünge) und dem Whaletail – die große Sprungrampe in Form des namensgebenden Walschwanzes. Die Erd-Pumptrack-Anlage (mit Splitt-Belag) kombiniert mit der sogenannten Backline, bilden den 3. Teil der Anlage. Der Clou hierbei ist, dass man die Anlage nicht verlassen und (außerhalb) zurück (zum Anfang der Anlage) schieben muss. Denn wenn Fahrer am Ende der Jumplines ankommen, können sie über die flowigen Wellen und Kurven der Backline zurück zum Beginn der Bikepark-Anlage fahren, wo sie direkt wieder eine neue Runde beginnen können.

Die Anlage ist mit drei Schildern ausgestattet. Neben dem allgemeinen Hinweis zu Verhaltensregeln und Kontakt-Telefonnummern gibt es zwei sogenannte „Skill Signs“ mit QR-Codes. Scannt man diese ab, landet man auf Youtube und kann sich Erklärungs- und Übungsvideos für die Bewegungsabläufe für Anfänger und Fortgeschrittene ansehen. Gerade Anfänger sollten das nutzen, bevor sie ihre ersten Runden drehen. Während der Bauarbeiten waren nicht nur mehrere Bagger und ein Radlader im Einsatz, sondern immer auch drei bis vier Personen aktiv am Bauprozess beteiligt. Am Tag der Asphaltierarbeiten war Dirtways sogar mit zehn Personen vor Ort.


Bitte um Pflegliche Nutzung und Mithilfe

Der Bikepark Großenseebach ist ab sofort geöffnet und für alle Interessenten zugänglich. Die Gemeinde bittet darum, die Hinweisschilder zu beachten und die Anlage pfleglich zu behandeln. Außerdem setzt nicht nur die Kommune, sondern auch Dirtways auf die Mithilfe der Nutzer. Die Erbauer hoffen, dass sich auch einige der Fahrer, die dort dauerhaft ihrem Hobby nachgehen, an der regelmäßigen Pflege beteiligen und stehen gern für eine Einweisung bereit. Dass das klappt, ist sich Lukas von Dirtways sicher, denn nicht umsonst gilt in der Szene der Spruch:

„No dig, no ride.“ *

*Übersetzt etwa: „Wer keine Schaufel in die Hand nimmt (um die Bahn, die er nutzt, instandzuhalten), sollte auch nicht fahren.“


Bildergalerie - Eröffnung des Bikeparks Grossenseebach am 21.10.2023


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Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann in der Unterkunft der AWO-Obdachlosenhilfe ERH in Weisendorf.
Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann in der Unterkunft der AWO-Obdachlosenhilfe ERH in Weisendorf.

Das neue Sozialprojekt „AWO-Obdachlosenhilfe ERH“ nimmt weiter konkrete Formen an. Am Mittwoch, 12. August 2026, informierte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann über den aktuellen Stand des Projekts und besuchte dazu die seit Juni bestehende Unterkunft für wohnungslose Menschen in Weisendorf.

Das Projekt des AWO-Kreisverbands Erlangen-Höchstadt war bereits im März 2025 im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung den Gemeinden im Landkreis vorgestellt worden. Inzwischen haben sich sechs Gemeinden vertraglich zur Zusammenarbeit mit dem AWO-Kreisverband verpflichtet.

Auch die Gemeinden Heßdorf und Großenseebach gehören zu den Kommunen, die sich für eine Zusammenarbeit mit der AWO entschieden haben. Die Gemeinderäte beider Gemeinden hatten in ihren Sitzungen im Januar 2026 (Großenseebach) und im März 2026 (Heßdorf) beschlossen, die gesetzliche Pflichtaufgabe der sicherheits- und ordnungspolitischen Unterbringung obdachloser Menschen an den AWO-Kreisverband Erlangen-Höchstadt zu übertragen. Die Bürgermeister und Verwaltung wurden beauftragt, die entsprechenden Verträge zu schließen.

Für die Gemeinden bedeutet die Zusammenarbeit insbesondere eine Entlastung bei der Organisation geeigneter Unterkünfte. Heßdorf und Großenseebach verfügen selbst nicht über eigene Räumlichkeiten, die kurzfristig für die Unterbringung wohnungsloser Menschen genutzt werden könnten. Ohne eine entsprechende Kooperation müsste im Bedarfsfall beispielsweise eine Unterbringung in einem Hotel organisiert werden.

„Auch wenn wir in Großenseebach derzeit keinen konkreten Bedarf an einer Unterbringung haben, war für uns klar, dass wir dieses Projekt unterstützen möchten. Wohnungslosigkeit kann jede Kommune vor Herausforderungen stellen – und dann ist es wichtig, dass es im Landkreis ein professionelles und verlässliches Angebot gibt. Unsere Unterstützung verstehen wir daher auch als Ausdruck kommunaler Solidarität“, erklärt Jürgen Jäkel, Erster Bürgermeister der Gemeinde Großenseebach.

Für die Gemeinde Heßdorf ist der Nutzen der Zusammenarbeit bereits unmittelbar sichtbar geworden. Eine Familie aus Heßdorf konnte in der Unterkunft aufgenommen und durch die Mitarbeitenden der AWO begleitet und unterstützt werden.

„Dass eine Familie aus Heßdorf bereits aufgenommen werden konnte und dort schnell Unterstützung erhalten hat, zeigt, wie wichtig dieses Angebot ist. Es geht eben nicht nur darum, kurzfristig ein Dach über dem Kopf zu schaffen. Die Menschen bekommen Unterstützung, um ihre persönliche Situation zu stabilisieren und neue Perspektiven zu entwickeln. Genau diesen ganzheitlichen Ansatz halten wir für besonders wertvoll“, betont Axel Gotthardt, Erster Bürgermeister der Gemeinde Heßdorf.

Die beiden Bürgermeister sehen in der Zusammenarbeit zugleich einen wichtigen Beitrag für eine verlässliche kommunale Daseinsvorsorge. Durch die gemeinsame Lösung können auch kleinere Gemeinden auf ein professionelles Unterstützungsangebot zurückgreifen, ohne selbst entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten und Betreuungsstrukturen vorhalten zu müssen.

Das AWO-Modell geht dabei über die reine Unterbringung hinaus. Neben einem geeigneten Wohnraum erhalten die betroffenen Menschen eine intensive fachliche Betreuung. Ziel ist es, gemeinsam die Ursachen der Wohnungslosigkeit zu bearbeiten und den Menschen Perspektiven für ein selbstständiges Leben und die dauerhafte Überwindung der Wohnungslosigkeit zu eröffnen.

Seit dem 1. Juni 2026 ist die erste Unterkunft des Projekts im Landkreis geöffnet. Aktuell leben dort acht Menschen, die von zwei Mitarbeitenden betreut werden. Die beteiligten Gemeinden erhalten dadurch Unterstützung bei der Versorgung wohnungsloser Menschen und werden gleichzeitig von den damit verbundenen organisatorischen und verwaltungsbezogenen Aufgaben entlastet.

Bei einem ersten Treffen Ende Juli konnten sich bereits beteiligte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie leitende Verwaltungsmitarbeiterinnen und Verwaltungsmitarbeiter vor Ort ein Bild von der Arbeit machen. Besonders eindrücklich waren dabei die persönlichen Berichte von Bewohnerinnen und Bewohnern der Unterkunft, die schilderten, wie sie aufgenommen und bei ihren nächsten Schritten unterstützt werden.

Auch der Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann unterstreicht die Bedeutung des Projekts. Im Mittelpunkt standen der bisherige Aufbau der AWO-Obdachlosenhilfe, die Erfahrungen aus den ersten Wochen des laufenden Betriebs sowie die weitere Entwicklung des Angebots im Landkreis.

Mit der AWO-Obdachlosenhilfe ERH verfolgen der AWO-Kreisverband und die beteiligten Gemeinden einen gemeinsamen Ansatz: Wohnungslosen Menschen soll nicht nur kurzfristig ein sicherer Platz zum Wohnen zur Verfügung gestellt werden. Durch die Verbindung von Unterbringung und sozialer Betreuung sollen vielmehr konkrete Wege aus der Wohnungslosigkeit eröffnet werden.

Für die beteiligten Kommunen schafft das Modell zugleich Planungssicherheit und eine verlässliche fachliche Unterstützung bei einer Aufgabe, die sie im Bedarfsfall kurzfristig und häufig unter schwierigen Rahmenbedingungen erfüllen müssen.

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