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Veröffentlicht am: 10. Dez. 2025
10. Dez. 2025
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Veröffentlicht am: 10. Dez. 2025
10. Dez. 2025
Lesezeit: ca. 16 Minuten

Protokoll der Bürgerversammlung am 07.12.2025

Themen: Statistiken, Finanzbericht, Anbau Grundschule/OGTS, Neubau EDEKA-Verbrauchermarkt

Themen: Statistiken, Finanzbericht, Anbau Grundschule/OGTS, Neubau EDEKA-Verbrauchermarkt

Am Sonntag, 7. Dezember 2025 fand die diesjährige Bürgerversammlung der Gemeinde Großenseebach in der Mehrzweckhalle statt. Es nahmen ca. 60 Bürgerinnen und Bürger an der Veranstaltung teil, zu der über das Mitteilungsblatt der VG, die gemeindliche Homepage, die Bürger-App und Social Media auf allen gemeindlichen Kanälen eingeladen worden war.

Um 14 Uhr eröffnete Bürgermeister Jürgen Jäkel die Bürgerversammlung und begrüßte die anwesenden Bürgerinnen und Bürger, den Zweiten Bürgermeister Rudi Riedel und sowie die Mitarbeiter der Verwaltung.  Besonders begrüßte er auch die Gastrednerin Susanne Wolf von der Edeka Grundstücksgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH, die später in der Sitzung den geplanten Neubau eines Edeka-Marktes vorstellte.


Statistische Daten

Als ersten Tagesordnungspunkt gab Bürgermeister Jürgen Jäkel einen Überblick über statistische Daten aus der Gemeinde, etwa die Entwicklung der Einwohnerzahlen, der Altersstruktur und der Bauanträge. Außerdem wurden die Zuschauer über die Betreuungszahlen in Kita und Schule (Mittagsbetreuung) informiert. Dort werden insgesamt 116 Kinder (Kita/Krippe) bzw. 93 der 104 Grundschülerinnen und -schüler nach dem Unterricht in der OGTS betreut.

Präsentationen als PDF

Alle Bildschirm-Präsentationen, die im Rahmen der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle gezeigt wurden (Statistiken, Finanzbericht, EDEKA-Markt), finden Sie unter dem Artikel als PDF-Dokumente.


Finanzbericht

Danach gab Verwaltungsmitarbeiterin Silke Lang einen Überblick über die Finanzen der Gemeinde. In ihrem Finanzbericht erklärte die Kämmerin, dass es sich beim Haushaltplan 2025 um den größten Haushalt handelt, den die Gemeinde bisher hatte. Das Gesamtvolumen des Zahlenwerks beläuft sich auf knapp 9,8 Millionen Euro, die sich auf den Verwaltungshaushalt mit knapp 7,2 Mio. Euro und den Vermögenshaushalt mit knapp 2,6 Mio. Euro aufteilen. Die größten Ausgaben der Gemeinde entfallen auf die Personalkosten (2,4 Mio.), die Kreisumlage (1,7 Mio.) und mit 1,1 Mio. Euro die Betriebskostenförderung für die Kita.

Aktuell ist die Gemeinde Großenseebach schuldenfrei und verfügte mit Stand 01.01.25 über allgemeine Rücklagen in Höhe von ca. 4,2 Millionen Euro. . Trotz der Investitionen in den letzten Jahren ist die Entwicklung der Rücklagen durchaus positiv zu sehen: von ca. 4,6 Mio im Jahr 2020 zu ca. 4,2 Mio im Jahr 2025. Dennoch wird die Rücklage zukünftig stark abnehmen, um anstehende Projekte und vor allem die Pflichtaufgaben zu finanzieren. So wird gemäß der aktuellen Planung des Haushaltes 2025 in diesem Jahr eine Entnahme in Höhe von 1.978.045 € notwendig sein, um alle Ausgaben des Vermögenshaushaltes stemmen zu können. Damit dürfte der Stand der Rücklage Ende 2025 voraussichtlich ca. 2,2 Mio. Euro betragen. (Hinweis: Der endgültige Stand wird sich erst mit der Jahresrechnung 2025 ergeben.)

Die finanzielle Situation der Gemeinde Großenseebach ist positiv und solide. Angesichts der anstehenden Investitionsmaßnahmen wie

  • Bau OGTS (Erweiterungsbau Grundschule)
  • Sanierung der gemeindlichen Abwasseranlagen
  • Neubau Feuerwehrgerätehaus
  • Entwicklung Wohnbebauung 2025 (Grundstückskäufe), zzgl. Erschließungskosten ab 2026

wird die Gemeinde Großenseebach allerdings Kredite aufnehmen müssen.

Wie sich die Schuldenaufnahme in der Zukunft gestaltet, wird von der Haushaltsplanung 2026 und den Folgejahren abhängen.


Edeka-Markt

Bürgerversammlung 2025 in Großenseebach - TOP EDEKA – Susanne Wolf von Edeka (l.) stellte die Pläne für den neuen Verbrauchermarkt vor. Dann konnte die Bürgerinnen und Bürger während der Bürgerversammlung aus drei möglichen Fassadenvarianten ihren Favoriten wählen.

Wie schon in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 16. Oktober 2025 stellte Susanne Wolf nun die Baupläne für einen EDEKA-Markt im Ort vor. Entstehen soll der Vollsortimenter am Ortsausgang Großenseebach in Richtung Weisendorf; das Grundstück habe sich das Unternehmen bereits gesichert, so Wolf. Der Markt, der später nach einer entsprechenden Ausschreibung/Bewerbungsverfahren von einem selbständigen Kaufmann betrieben werden wird, soll eine Gesamt-Verkaufsfläche von ca. 1.800 Quadratmetern haben und aus einem Haupt- sowie angeschlossenem Getränkemarkt bestehen. Nach der aktuellen Planung werden im Außenbereich ein Bäcker inkl. Café mit Sitzmöglichkeiten, 135 Stellplätze und in der Regel (bei einem Markt dieser Größenordnung) nicht zuletzt auch bis zu 50 Arbeitsplätze entstehen.

EDEKA präsentierte in der Bürgerversammlung in Großenseebach auch drei Fassadenentwürfe, über die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bürgerversammlung unverbindlich abstimmen konnten. Die Auszählung ergab, dass die Variante 2 (Fassadengestaltung mit Blech) mit nur einer Stimme deutlich abgelehnt wurde. Die meisten der an der Abstimmung teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger (23) stimmten für Variante 1 (Moos & Rhombusleisten), danach folgte Variante 3 (17 Stimmen), die nur Rhombusleisten (ohne Moos) vorsieht.

Diese Abstimmung war eine unverbindliche Bürgerbefragung. Das Ergebnis ist für EDEKA nicht bindend, wird jedoch vom Unternehmen aufgenommen, das versprach, es wohlwollend in die weitere Planung bzw. die finale Entscheidungsfindung einfließen zu lassen.

Zu diesem Tagesordnungspunkt gab es mehrere Wortmeldungen aus dem Publikum. Während einige Bürger die Ansiedlung des Marktes als sehr positiv ansahen, kritisierten andere die damit einhergehende Flächenversiegelung. Bürger, die dem Markt ablehnend gegenüber standen, verwiesen dabei auf bereits bestehende Märkte in Weisendorf und Heßdorf, die in ihren Augen die Versorgung ausreichend sichern würden. Außerdem wurde aus dem Auditorium angeregt, den neuen Markt dann durch den Bürgerbus anzufahren. Mehrere Wortmeldungen baten auch darum, in diesem Zusammenhang die Radwegproblematik innerorts weiter zu verfolgen und doch zu versuchen, den Radwerkverkehr gerade entlang der Hauptstraße noch sicherer zu machen.

Bürgermeister Jäkel verwies auf die bereits laufenden Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK), deren Ergebnisse in der Gemeinderatssitzung am 13.11.25 präsentiert worden waren und die Bestrebungen der Gemeinde, Tempo 30 auf der Hauptstraße durchzusetzen.

In der kommenden Gemeinderatssitzung am 11. Dezember 2025 stehen nun die Beschlüsse auf der Tagesordnung, um das Bauvorhaben seitens der Gemeinde weiter voranzubringen, etwa die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans sowie Änderung des Flächennutzungsplans.


Anbau an die Grundschule / OGTS

Ab dem 1. August 2026 greift bundesweit ein schrittweiser Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder aus dem Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG). Zuerst gilt der Anspruch für Erstklässler im Schuljahr 2026/27 und wird bis zum Schuljahr 2029/30 auf alle Klassen der Grundschule ausgeweitet.

Das bedeutet, dass Betreuung und Förderung unter Schulaufsicht rechtlich abgesichert sind — und nicht auf freiwilligen Konzepten beruhen müssen. Aufgrund dessen wurde die Grundschule Großenseebach ab dem Schuljahr 2025/26 in eine sogenannte Offene Ganztagsschule (OGTS) umwandelt. Das bedeutet, dass es für alle Eltern (schrittweise erweitert wie oben beschrieben) das Angebot gibt, dass die Kinder nach dem Unterricht auch am Nachmittag in der Schule betreut werden können.

OGTS Großenseebach - Erweiterungsanbau Planung Dezember 2025 – So soll das zweistöckige Gebäude, das u. a. zwei Betreuungsräume, Küche und Mensa beinhaltet, - nach dem aktuellen Stand im Dezember 2025 einmal aussehen.

Die Pläne dafür sind schon länger Gegenstand der Beratungen im Gemeinderat und wurden kürzlich erneut vom Ingenieurbüro überarbeitet, um weitere Kosteneinsparungen zu treffen. So wird im Gegensatz zu früheren Varianten nun mit günstigerer Massivbauweise, einem Flachdach und dem Verzicht auf Dach- und Fassadenbegrünung sowie der Anbindung ans Schulhaus geplant. Es soll ein energetisch autarkes, barrierefreies Gebäude mit Aufzug entstehen, dass zwar kostengünstig ist, aber alles enthält, was notwendig und technisch möglich ist. Geplant ist ein zweistöckiges Gebäude mit zwei großen Betreuungsräumen sowie einer Mensa, Küche, Umkleide- und Lagerräumen etc. sowie (teils barrierefreien) WC-Räumen und einem Lift.

Aktuell geht die Gemeinde mit diesen Änderungen nun von Baukosten in Höhe von ca. 2,4 Millionen Euro aus; das Land fördert maximal ca. 1,0 bis 1,1 Millionen davon. Die Differenz in Höhe von bis zu 1,4 Millionen Euro für diese Pflichtaufgabe der Kommune muss dann die Gemeinde tragen.

Bis Januar 2026 sollen nun die fertigen Baupläne vorliegen, damit im Februar die Ausführungsplanung beginnen kann. Diese soll zu den Sommerferien abgeschlossen sein, damit die Vergaben bis Ende des Jahres 2026 erfolgen können. Der Baustart ist aktuell für 2027 geplant.

Bürgerfragen

Eine Bürgerin aus der Wiesenstraße gab an, dass deren Fahrbahndecke in schlechtem Zustand sei und bat darum, die Straße neu zu asphaltieren. Der Bürgermeister sicherte eine Überprüfung zu, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass angesichts knapper Kassen vorrangig Pflichtaufgaben zu erfüllen seien und dieses Anliegen daher nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehen würde.

Die Bürgerversammlung endete um 15.35 Uhr.

Großenseebach, 10.12.2025

Jürgen  J ä k e l
Erster Bürgermeister

Marc  B r e h m e
Schriftführer


Präsentationen in der Bürgerversammlung (PDF-Dokumente):


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Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann in der Unterkunft der AWO-Obdachlosenhilfe ERH in Weisendorf.
Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann in der Unterkunft der AWO-Obdachlosenhilfe ERH in Weisendorf.

Das neue Sozialprojekt „AWO-Obdachlosenhilfe ERH“ nimmt weiter konkrete Formen an. Am Mittwoch, 12. August 2026, informierte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann über den aktuellen Stand des Projekts und besuchte dazu die seit Juni bestehende Unterkunft für wohnungslose Menschen in Weisendorf.

Das Projekt des AWO-Kreisverbands Erlangen-Höchstadt war bereits im März 2025 im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung den Gemeinden im Landkreis vorgestellt worden. Inzwischen haben sich sechs Gemeinden vertraglich zur Zusammenarbeit mit dem AWO-Kreisverband verpflichtet.

Auch die Gemeinden Heßdorf und Großenseebach gehören zu den Kommunen, die sich für eine Zusammenarbeit mit der AWO entschieden haben. Die Gemeinderäte beider Gemeinden hatten in ihren Sitzungen im Januar 2026 (Großenseebach) und im März 2026 (Heßdorf) beschlossen, die gesetzliche Pflichtaufgabe der sicherheits- und ordnungspolitischen Unterbringung obdachloser Menschen an den AWO-Kreisverband Erlangen-Höchstadt zu übertragen. Die Bürgermeister und Verwaltung wurden beauftragt, die entsprechenden Verträge zu schließen.

Für die Gemeinden bedeutet die Zusammenarbeit insbesondere eine Entlastung bei der Organisation geeigneter Unterkünfte. Heßdorf und Großenseebach verfügen selbst nicht über eigene Räumlichkeiten, die kurzfristig für die Unterbringung wohnungsloser Menschen genutzt werden könnten. Ohne eine entsprechende Kooperation müsste im Bedarfsfall beispielsweise eine Unterbringung in einem Hotel organisiert werden.

„Auch wenn wir in Großenseebach derzeit keinen konkreten Bedarf an einer Unterbringung haben, war für uns klar, dass wir dieses Projekt unterstützen möchten. Wohnungslosigkeit kann jede Kommune vor Herausforderungen stellen – und dann ist es wichtig, dass es im Landkreis ein professionelles und verlässliches Angebot gibt. Unsere Unterstützung verstehen wir daher auch als Ausdruck kommunaler Solidarität“, erklärt Jürgen Jäkel, Erster Bürgermeister der Gemeinde Großenseebach.

Für die Gemeinde Heßdorf ist der Nutzen der Zusammenarbeit bereits unmittelbar sichtbar geworden. Eine Familie aus Heßdorf konnte in der Unterkunft aufgenommen und durch die Mitarbeitenden der AWO begleitet und unterstützt werden.

„Dass eine Familie aus Heßdorf bereits aufgenommen werden konnte und dort schnell Unterstützung erhalten hat, zeigt, wie wichtig dieses Angebot ist. Es geht eben nicht nur darum, kurzfristig ein Dach über dem Kopf zu schaffen. Die Menschen bekommen Unterstützung, um ihre persönliche Situation zu stabilisieren und neue Perspektiven zu entwickeln. Genau diesen ganzheitlichen Ansatz halten wir für besonders wertvoll“, betont Axel Gotthardt, Erster Bürgermeister der Gemeinde Heßdorf.

Die beiden Bürgermeister sehen in der Zusammenarbeit zugleich einen wichtigen Beitrag für eine verlässliche kommunale Daseinsvorsorge. Durch die gemeinsame Lösung können auch kleinere Gemeinden auf ein professionelles Unterstützungsangebot zurückgreifen, ohne selbst entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten und Betreuungsstrukturen vorhalten zu müssen.

Das AWO-Modell geht dabei über die reine Unterbringung hinaus. Neben einem geeigneten Wohnraum erhalten die betroffenen Menschen eine intensive fachliche Betreuung. Ziel ist es, gemeinsam die Ursachen der Wohnungslosigkeit zu bearbeiten und den Menschen Perspektiven für ein selbstständiges Leben und die dauerhafte Überwindung der Wohnungslosigkeit zu eröffnen.

Seit dem 1. Juni 2026 ist die erste Unterkunft des Projekts im Landkreis geöffnet. Aktuell leben dort acht Menschen, die von zwei Mitarbeitenden betreut werden. Die beteiligten Gemeinden erhalten dadurch Unterstützung bei der Versorgung wohnungsloser Menschen und werden gleichzeitig von den damit verbundenen organisatorischen und verwaltungsbezogenen Aufgaben entlastet.

Bei einem ersten Treffen Ende Juli konnten sich bereits beteiligte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie leitende Verwaltungsmitarbeiterinnen und Verwaltungsmitarbeiter vor Ort ein Bild von der Arbeit machen. Besonders eindrücklich waren dabei die persönlichen Berichte von Bewohnerinnen und Bewohnern der Unterkunft, die schilderten, wie sie aufgenommen und bei ihren nächsten Schritten unterstützt werden.

Auch der Besuch von Staatsminister Joachim Herrmann unterstreicht die Bedeutung des Projekts. Im Mittelpunkt standen der bisherige Aufbau der AWO-Obdachlosenhilfe, die Erfahrungen aus den ersten Wochen des laufenden Betriebs sowie die weitere Entwicklung des Angebots im Landkreis.

Mit der AWO-Obdachlosenhilfe ERH verfolgen der AWO-Kreisverband und die beteiligten Gemeinden einen gemeinsamen Ansatz: Wohnungslosen Menschen soll nicht nur kurzfristig ein sicherer Platz zum Wohnen zur Verfügung gestellt werden. Durch die Verbindung von Unterbringung und sozialer Betreuung sollen vielmehr konkrete Wege aus der Wohnungslosigkeit eröffnet werden.

Für die beteiligten Kommunen schafft das Modell zugleich Planungssicherheit und eine verlässliche fachliche Unterstützung bei einer Aufgabe, die sie im Bedarfsfall kurzfristig und häufig unter schwierigen Rahmenbedingungen erfüllen müssen.

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